Replik auf die Buchbesprechung «ADHS und Schizophrenie – Es bleibt hypothetisch» von Dominique Eich [1]

Dominique Eich kritisiert in ihrer Buchbesprechung, dass die Studie «Cross-Disorder Group 2012» in der Literaturliste nicht aufgeführt ist. In meinem Buch mache ich aber deutlich, wie wichtig diese Studie als Beweismaterial für meine Hypothese ist, die ich über meine Beobachtungen bei der Behandlung von schizophrenen Patienten während über 40 Jahren entwickelt habe. Die Studien 2012 und 2013 zeigen auf, dass die fünf psychiatrischen Diagnosen AD(H)S, Autismus, Schizophrenie, Bipolare Störung und schwere Depression ein gemeinsames genetisches Risiko aufweisen. Daraus hat man die Theorie des «shared risk genes pathway» abgeleitet. Dieser Befund bestätigt meine Hypothese, dass das AD(H)S den genetischen Vulnerabilitätsfaktor darstellt, der über eine ungünstige Interaktion mit dem Umfeld vom Genotyp zum Phänotyp einer psychiatrischen Krankheit unter anderem zur Schizophrenie führen kann.

Die volle Replik: SAEZ-03788

Nachruf zum Tode von John Forbes Nash, 23. Mai 2015

Nachruf zum Tode von John Forbes Nash

Ausschnitt aus dem Text:

Nash wurde zum ersten Mal psychotisch als seine zweite Frau Alicia Lardé schwanger war. Die Mutter seines ersten Sohnes, eine Krankenschwester, verliess er sofort, als er erfuhr, dass sie in Erwartung war. Offensichtlich war ihm dies nicht mehr möglich bei der zweiten Schwangerschaft. Er ist ein Beispiel für die Schwangerschafts-Psychose beim Mann, die in der Regel bei Frauen während oder kurz nach der Geburt auftritt. In manchen Fällen trifft es jedoch auch Männer, wie ich in meinem Buch über «ADHS und Schizophrenie» beschrieben habe. Es war wohl die emotionale Belastung des Vaterwerdens, eine Rolle von der er nun nicht mehr fliehen konnte, da er verheiratet war mit der Kindsmutter. Zudem stand er, wie er selbst beschreibt, damals stark unter Druck, weil er sich in der wissenschaftlichen Welt nicht richtig anerkannt fühlte und deshalb unglücklich und unzufrieden war, aber dennoch den grossen Wunsch hegte, einen wichtigen Platz in der akademischen Welt einnehmen zu können und anerkannt zu werden. Zu seiner Situation meinte er, er hätte wohl keine guten wissenschaftlichen Ideen entwickeln können, wenn er ganz «normal» gedacht hätte. Er wäre aber vermutlich nicht krank geworden, wenn er sich nicht unter Druck gefühlt hätte.

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