Ressourcen stärken und bündeln

14.15 Uhr Referat «Wie gut kann man die Entwicklung von kindlichen Ressourcen und Resilienzen vorhersagen?»

Datum: Dienstag, 21. Mai 2019
Zeit: 13.30 – 17.00 Uhr
Ort: Im Kultur- und Kongresshaus, Aarau

Herr Prof. Dr. Franz Petermann, Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation der Universität Bremen.

Prof. Dr. Franz Petermann
Franz Petermann ist Professor für Klinische Psychologie und Diagnostik an der Universität Bremen und leitet seit 1996 als Direktor das Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation. Zusammen mit seiner Ehefrau baute er 2008 eine Ambulanz für Kinder und Jugendliche auf, um schwerpunktmässig auf dem Gebiet der Angststörungen und depressiven Störungen zu forschen und zu arbeiten. Seit Ende 2016 leitet er den BMBF-Forschungsverbund BRISE (Bremer Initiative zur Stärkung frühkindlicher Entwicklung).

KOSTEN
Fr. 140.– inkl. Apéro riche
Wir bitten Sie, die Teilnahmegebühr
vor der Tagung auf das
Bankkonto zu überweisen:
UBS Aarau,
IBAN CH63 0023 1231 1285 3801 X
Nach Zahlungseingang erhalten Sie die definitive Anmeldebestätigung.

Zur Anmeldung

PDF: HotA Fachtagung 21. Mai 2019

ADHS-Behandlung: Nicht das Kind, sondern sein Umfeld ändern

Eltern, Fach- und Lehrpersonen sollen enger zusammenarbeiten und ein
Kind bei einer ADHS-Behandlung stärker in den Entscheidungsprozess
miteinbeziehen, so das Fazit einer Studie der ZHAW und der Universität
Freiburg. Die Ergebnisse sind nun in eine Broschüre mit
Handlungsempfehlungen eingeflossen – schweizweit ein Novum.

https://www.zhaw.ch/de/gesundheit/ueber-uns/news/news-detailansicht/news-single/adhs-behandlung-nicht-das-kind-sondern-sein-umfeld-aendern/

Der Leitfaden zum Umgang:

https://www.zhaw.ch/storage/hochschule/medien/news/adhs-kinder-foerdern-brosch-online.pdf

ADHS und Grenzüberschreitungen

Menschen mit ADHS verfügen bekanntlicherweise über eine starke Impulsivität, die ihnen emotionale Kraft verleiht. Gleichzeitig sind sie oft neugierig, suchen nach Abwechslung, neuen Impulsen von aussen, emotionalen „Kicks“, das sogenannte „sensation seaking“ ist ein typisches Verhalten von ihnen. All diese Eigenschaften können in unserer hochregulierten und strukturierten Gesellschaft nicht selten zu grenzüberschreitendem Verhalten führen. Als Reaktion darauf kommt es in ihrem Umfeld dann zu den entsprechenden korrektiven Massnahmen. Der sozialisierende Erfolg davon ist meist nicht sehr überzeugend, im Gegenteil, es erfolgt in der Regel eine Eskalationsspirale ohne Ende. Was wäre ein erfolgreicher Umgang mit diesen Eigenschaften, sodass das grenzüberschreitende Verhalten als Ressource genutzt werden kann?

Donnerstag, 29.08.2019, 19.30 – 21.15 Uhr

Zentrum Karl der Grosse, 8001 Zürich

PDF: Vortrag ADHS und Grenzüberschreitungen 29.08.2019

ADHS als Genotyp für psychische Krankheiten

Karl Studer: Ursula, Du bist eine Pionierin der Schweizer Psychiatrie, hast jahrelang die Externen Psychiatrischen Dienste Aargau geleitet, bist eine begnadete Ausbildnerin in System- und Familientherapie, bist unermüdlich aktiv in Tagungen und mit Vorträgen, schreibst Bücher um die Situation psychisch kranker Patienten den Kollegen, Angehörigen und der weiteren Bevölkerung nahezubringen. Ich denke, Du bist auch eine kreative Querdenkerin in der Aargauer und Zürcher Psychiatrie-Szene.

Du blickst auf über 40 Jahre Erfahrung im Umgang mit Patienten und Familiensystemen bei schwersten Krankheitsbildern wie der Schizophrenie, Psychosomatik und Suchtverhalten sowie Delinquenz.

Woher hast Du all die Kraft und den Mut, Dich über die Jahrzehnte mit diesen vielfältigen Krankheitsbilder zu beschäftigen?

Ursula Davatz: Ich liebe meine Arbeit über alles, finde sie nach wie vor äusserst spannend und lerne täglich von meinen Familien und ihren komplexen Situationen dazu. Gleichzeitig erfahre ich natürlich auch, dass ich Probleme innerhalb der Familiensysteme schneller erfassen kann und somit effektiver und effizienter werde in meinen Behandlungen. Komplexe Probleme faszinieren mich und fordern mich heraus. Ich kann hier vielleicht noch einen Medizinerwitz anfügen: «Der Chirurg weiss nichts, aber kann alles, der interne Mediziner weiss alles, aber kann nichts, der Psychiater weiss nichts und kann nichts, dafür lernt er ständig dazu».

Interview Ursula Davatz im Swiss Archives of Neurology PDF

ADHS und Schizophrenie: Wie emotionale Monsterwellen entstehen

„Emotionale Monsterwelle: Jeder Hundertste erkrankt an Schizophrenie. Die Psychiaterin Ursula Davatz erklärt, welche Rolle ADHS dabei spielen könnte und welche die Erziehung.“ NZZ am Sonntag“Lasst sie pubertieren! In der Jugend tritt Schizophrenie am häufigsten auf. Denn wen Eltern sie nicht rebellieren lassen, können ihre Kinder in eine Psychose verfallen. Die Psychiaterin Ursula Davatz setzt deshalb in der Therapie bei der ganzen Familie an.“ Schweiz am Sonntag“Eine kompetente Schau über das Wesen der Schizophrenie aus systemischer Sicht (…). Häufig, so ihre Beobachtung aus vierzig Jahren Berufstätigkeit, begünstigt ein ADHS beziehungsweise eine vererbte Vulnerabilität eine schizophrene Psychose oder eine andere psychische Krankheit;diese Hypothese von Davatz ist in der Fachwelt zwar (noch?) nicht anerkannt, aber deswegen nicht minder interessant. Therapeutisch aufschlussreich sind die Beschreibungen über die konkreten Behandlungsmöglichkeiten.“ Spuren“Mit Gewinn liest dieses Buch, wer Interesse an biographisch unterlegter Psychiatriegeschichte, Spekulationen zur Schizophreniegenese und einer Vielzahl aus systemischer Sichtweise kommentierter Fallvignetten hat.“ Schweizerische Ärztezeitung“Buchtipp“ Schweizerische Zeitschrift für HeilpädagogikDieses Buch ist zuvorderst das Dokument einer Entdeckung. Es ist das Ergebnis der während vier Jahrzehnten und aus intensiver Beobachtung gewachsenen Einsicht: Es gibt einen Zusammenhang zwischen ADHS und psychischen Erkrankungen.Ursula Davatz begleitete und begleitet als Psychiaterin viele an Schizophrenie erkrankte Menschen und im Rahmen der Systemtherapie auch deren Familienumfeld. Zahlreiche Fallbeispiele aus ihrer langjährigen Praxis werden im Buch dokumentiert. Diese Fälle bilden den Erfahrungsschatz, das eigentliche empirische Fundament für die Annahme, dass ADHS die genetisch bedingte Ursache von Schizophrenie ist. Die Autorin erweitert damit unser Verständnis psychischer Krankheiten erheblich und eröffnet neue Perspektiven für deren Prävention.Für das Phänomen einer Überfl utung des psychischen Systems, welches typischerweise bei der Schizophrenie auftritt, verwendet Davatz das einprägsame Bild der Monsterwelle. Verbunden mit einer verständlichen Sprache erreicht sie in ihren Ausführungen eine hohe Anschaulichkeit. Diese erleichtert der Leserin und dem Leser, den Betroffenen und deren Umfeld, aber auch Therapeuten und Pfl egepersonal den Zugang zu diesem belasteten und belastenden Thema.Daneben ist das Buch auch ein übersichtlich geordnetes Nachschlagewerk, das die psychologischen und familiären Konstellationen umfassend darstellt, welche eine Erkrankung begünstigen können. Und nicht zuletzt ist es ein hilfreicher Ratgeber für den Therapieprozess, dessen Chancen und Risiken die Autorin klar zu benennen vermag. «Ich bin der Meinung, dass das Buch von Ursula Davatz einen wichtigen Beitrag zur Lösung der ewigen wissenschaftlichen Rätselfrage liefert, was die schizophrene Psychose eigentlich ist und wie sie am besten zu behandeln sei.» Luc Ciompi im VorwortDie Autorin:Ursula Davatz ist Psychiaterin und Familientherapeutin. Sie hat in den USA Systemtherapie gelernt und in den letzten 35 Jahren weiterentwickelt. Sie war 20 Jahre lang Leitende Ärztin des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Kanton Aargau und hat dort den VASK (Verein der Ange hörigen von Schizophreniekranken) gegründet. Als Ausbildnerin leitet Ursula Davatz systemisch orientierte Supervisionen im Gesundheitsbereich und in Schulen. Eines ihrer Anliegen ist die Prävention.

Kindle Version bei Amazon.com: ADHS und Schizophrenie: Wie emotionale Monsterwellen entstehen

Schizophrenie-WG: Die Idee von Ursula Davatz bewährt sich

Was Psychiaterin Ursula Davatz da tun wollte, war neu für den Aargau. Vor 35 Jahren gründete die Psychiaterin eine WG für junge Schizophrenie-Patienten. Längst sind landauf, landab Dutzende Wohnheime für psychisch Kranke eröffnet worden.

Zwar gab es einzelne Wohnheime für chronisch kranke, ältere Männer – aber ein Wohnheim für junge Schizophrenie-Patienten, das gab es bislang nicht. Eine Wohngemeinschaft, in der Klienten nach der akuten stationären Behandlung geholfen wird, ein eigenständiges Leben zu führen – ohne Klinikalltag und lange bevor die Krankheit chronisch wird. Ein bestechender Ansatz. Doch während Ursula Davatz bei Eltern von Betroffenen offene Türen einrannte, wurde sie von Berufskollegen zum Teil kritisiert.

Aargauer Zeitung 8.2.2019